Geschichte

Hillesheim - ein kleiner Weinort in Rheinhessen

Das Dorf Hillesheim in Rheinhessen hat heute etwa 650 Einwohner, gehört seit 1972 zur Verbandsgemeinde Guntersblum und liegt auf den Hügeln oberhalb der Rheinfront Mainz - Worms. Die Entfernung nach Alzey beträgt 15 km, nach Worms etwa 20 km und nach Mainz 33 km.

Erste urkundliche Erwähnung

Aus den vorliegenden Quellen kann man entnehmen, dass Hillesheim urkundlich zum erstenmal im 13. Jahrhundert erwähnt wird. Am 12. November 1285 traten Philip von Falkenstein, Herr zu Mincenberg, kaiserlicher Kämmerer und Gisela, seine Gemahlin, ihren Zehnten an das Domkapitel zu Mainz ab.

Der Anfang der Geschichte von Hillesheim

Die ältesten Spuren von Menschenansiedlungen in Hillesheim führen in die Zeit der Römer. Im Jahre 1921 fand der Küfermeister Jacob Wirthwein II bei der Bearbeitung eines Ackers mehrere Tonvasen unterschiedlicher Größe. Diese wurden von Fachleuten als aus dem 1. Jahrhundert nach Christus stammend eingeschätzt. 1857 hat man beim Ausschachten von Gräbern Urnen mit Asche und dem sogenannten Tränenkrüglein, sowie römische Münzen gefunden.

Der Ortsname Hillesheim

Die Herkunft des Ortsnamens Hillesheim kann auf zweierlei Weise gedeutet werden. Eine Deutung wäre die von Hügelsheim, Higeliheim, kommend, also dort wo es hügelig ist. Die andere Interpretation wäre von Hülszheim, Hültzheim oder Holtzheim kommend, also dort wo es Holz gibt. Die erste Erklärung scheint plausibler zu sein, obwohl es im Westen des Dorfes angeblich mal einen Wald gegeben haben soll. Weitere Namensformen sind Hilnsheim, Hülsheim, Hilsheim, Hilgheim, Hillersheim, Hilesheym, Hilesheim, Hillsheim und Helsheim.

Ein Zusammenhang zwischen dem Ortsnamen dieses Dorfes Hillesheim und dem verbreiteten Familiennamen Hillesheim ist nicht bekannt. Genealogische Forschungen über den Namen Hillesheim stellen zweifelsfrei wohl eine Verbindung zwischen dem Familiennamen und der Stadt Hillesheim in der Eifel her.

Tabellarische Übersicht zur Geschichte der Ortsgemeinde Hillesheim

18.08.782Erstmals wurde Hillesheim erwähnt
18.05.1204Grundsteinlegung zum Turmbau der Kirche
13. Jh.Hillesheim wird erstmals urkundlich erwähnt
13./14. Jh.Bau der Kirche von Oppenheimer Steinmetzen
1387Die Besitzverhältnisse an Hillesheim werden geteilt. Der Kirchberg mit der Kirche und umliegenden Gebäuden und damit der "Kirchbergteil", geht an das Kloster Rosenthal am Donnersberg. Der Rest, auch "Haßlocher Teil" genannt, verblieb als der kaiserliche Teil. In den folgenden Jahrhunderten wechseln die Herrscher mehrfach, beide Teile bleiben aber getrennt
1667Verkauf des kaiserlichen Teils an den Herzog von Lothringen
1668Während der pfälzischen Erbfolgekriege wird die Hillesheimer Bergkirche von den Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV von Frankreich bis auf die Grundmauern niedergebrannt
1710Fertigstellung des Wiederaufbaus der Kirche
1792-1814Die französische Revolutionsarmee marschiert ein, Hillesheim kommt zum französischen Staatsgebiet und zwar zum Département Donnersberg
1814Im Januar kommen die Russen über den Rhein, um Kaiser Napoleon zu besiegen. Sie sterben aber alle an einer Seuche und werden auf dem Kirchberg begraben
1816Hillesheim kommt zum Großherzogtum Hessen und gehört hier zur Provinz Rheinhessen
1835Rheinhessen wird in Kreise eingeteilt, Hillesheim gehört jetzt dem Kreis Alzey an
1848Alle bisherigen Kreise werden zum Regierungsbezirk Mainz zusammengefasst
1850Neugliederung des Regierungsbezirkes Mainz in die Regierungsbezirke Mainz und Worms. Der Regierungsbezirk Worms umfasst das Gebiet des ehemaligen Kreises Worms und Alzey, dem auch Hillesheim angehört
1852Die Regierungsbezirke werden wieder aufgehoben und in neue Kreise geteilt. Hillesheim wird dem Kreis Oppenheim zugeordnet
1893Nach einer großen Trockenperiode wird ein über 12 m tiefer Brunnen gegraben, der DREI-RÖHREN-BRUNNEN
1897Bau des Bahnhofs, zeitgleich Gründung des Kutscherhofs in der Alsheimer Str. 4, der heutigen Gaststätte "Zum Kutscherhof"
1906Bau des Wasserbehälters als pavillonartiger Typenbau, Jugendstil, Einrichtung der ersten Telegraphenstelle
1945Mit dem Einmarsch der alliierten Truppen wird der gesamte linksrheinische Teil der französischen Besatzungszone zugewiesen
1968Seit der Verwaltungsreform gehört Hillesheim zum Landkreis Mainz-Bingen
1971/1972Bau der Leichenhalle
1972Im Zuge der kommunalen Verwaltungs- und Gebietsreform haben sich die 9 ehemalig selbständige Ortsgemeinden, darunter auch Hillesheim, zur neuen Verbandsgemeinde Guntersblum zusammengeschlossen
1973Einweihung des Kindergartens
1979Einstellung der Gemeindewaage vor dem Haus Kellerweg 6
1983Bau der Kläranlage und Einweihung des Gemeindehauses mit Feuerwehr
1984Einweihung der Umgehungsstraße L 425, danach Anlage der beiden Weiher
1994Aufgabe des Bahnhofes, Schließung der Poststelle
1994Schließung der Bank
1995100 Jahre Röhrenbrunnen Hillesheim
1999Schließung Lebensmittelgeschäft
2001Fertigstellung Baugebiet An der Jungwiese II
2001Anerkennung als Dorferneuerungsgemeinde
2002Errichtung Spiel- und Freizeitgelände
2003Einweihung Spiel- und Freizeitgelände am 08.06.2003
2003Anerkennung als Schwerpunktgemeinde
2005Beschluss zum Bau eines Bürgerhauses
2006Baubeginn Bürgerhaus
2008Gründung Hillesheimer Narren Verein
2010125 Jahre TuS Hillesheim
2010Gewinn Klimaschutzpreis Landkreis Mainz-Bingen
2011Einweihung Bürgerhaus
2011Gewinn Kommunaler Klimaschutzpreis 2011 -bundesweit-
2014Sanierung Röhrenbrunnen
2015Sanierung Bergkirche

Das Wappen des Weinortes Hillesheim in Rheinhessen

Der Schild ist gespalten. Rechts in Gold ein dreifaches, gewöhnliches rotes Gitter. Links in Silber eine grün-gestielte rote Rose mit zwei grünen Blättern.

Das Gitter ist das Familienwappen der pfälzischen Grafen von Falkenstein, die vom 15. bis 17. Jahrhundert Ortsherren von Hillesheim waren. In der gleichen Zeit besaß die Äbtissin des Klosters Rosenthal bei Gollheim in der Pfalz das Patronatsrecht der Hillesheimer Pfarrkirche. Das Wappen dieses Klosters zeigt redend eine Rose, die in das Ortswappen übernommen wurde.

Mit Genehmigung des Ministeriums des Inneren seit 4.5.1955 offizielles Ortswappen der Ortsgemeinde Hillesheim in Rheinhessen.

Die Angaben wurden entnommen aus: Hillesheimer Ortsgeschichte, von Wolfgang Scholl, 1983